Carl Klinke
* 15. Juni 1840 in Bohsdorf ,
Niederlausitz
† 18. April 1864 bei Düppel
Deutscher Pioniersoldat.
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Klinke wurde als Sohn der verwitweten Marie
Klinke und eines unbekannten Vaters geboren und sechs Tage später in der Kirche von Hornow
getauft. Seine Mutter heiratete im Juni 1843 Johann Mettke, der somit sein Stiefvater wurde. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen und besaß nur etwa 10 Morgen Land.
Am 13. April 1845 wurde Carl mit fast sechs Jahren eingeschult. Nach dem Ende der Volksschule
arbeitete er in einer Braunkohlegrube. Als Einundzwanzigjähriger heiratete er. Die Klinkes bewohnten ein kleines Holzhaus, das später von Carl Klinkes Witwe verkauft wurde, als sie
fortzog. 1861 wurde Klinke zur 4. Kompanie des Pionierbataillons Nr. 3 nach Torgau einberufen, durfte aber zur Taufe seiner Tochter nach Hause kommen. 1863 kehrte Klinke nach zweijähriger Dienstzeit in sein Heimatdorf zurück, musste aber am 21. Dezember
dieses Jahres wieder einrücken, da Preußen gegen Dänenark mobilmachte.
Am 18. April
1864 um vier Uhr begann vor den Düppeler Schanzen das Feuer aus den preußischen Geschützen.
Um 10 Uhr verstummte das Artilleriefeuer, und sechs Sturmkolonnen drängten vorwärts, erst schweigend, dann mit lautem
Hurra, begleitet von den Klängen des Yorkschen Marsches. Insgesamt 300
Musiker waren unter Leitung des Musikdirektors Gottfried Piefke
in der zweiten Parallele aufgestellt worden und spielten Marschmusik. Um 10.06 Uhr waren bereits die Schanzen VI, III, V und I gestürmt. Der Kampf um Schanze II war einer der erbittertsten des Tages.
Auf die Angreifer, unter ihnen Carl Klinke, ging ein verheerendes Kartätschen- und Gewehrfeuer nieder.
Unter dem Schutz des eigenen Feuers stieg Klinke mit anderen Pionieren in den Graben, ließ einen Pulversack an die intakte Palisadenwand legen und eine Öffnung sprengen. Bei dieser Aktion wurde Klinke stark verbrannt und von einem Schuss getroffen.
Einige Zeit danach, bei der gesprengten Lücke liegend, verstarb Klinke.
Seine Kameraden verbreiterten die Öffnung, und die Sturmtruppen drängten hindurch, so dass 10 Minuten nach Beginn des Sturms auch die Schanze II genommen
war.
Mit Klinke, dem einfachen Pionier, Bergzimmermann aus der Lausitz, Häusler aus ärmlichen Verhältnissen,
gab es einen Helden aus dem Volke. Seine Geschichte war beliebt und wurde in verschiedenen Versionen erzählt. A
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Pionier Carl Klinke
Die Preußen stürmen die Düppeler Schanzen,
Kanonen donnern und Kugeln tanzen;
Die Dänen wehren mit trotzigem Mut
Sich hinter den schützenden Wällen gut.
Bald hemmen gewaltige Palisaden
Die stürmenden Krieger auf blutigen Pfaden;
Doch Klinke, der Brave, kann nicht ersehn
Die Kameraden, wie stutzig sie steh'n.
"Was nützt es," spricht er," bedächtig zu raten?
Des Todes Gefahren drängen zu Thaten;
Mein Pulversack öffnet euch weit und breit
Die Pforte zum Sieg in kürzester Zeit.
Und hab' ich freudig geopfert mein Leben,
Und möge der Herr mir Gnade geben;
Dann wolle der König sorgen zum Lohn
für meine Wittwe und meinen Sohn!"
Und von der Schulter reißt er sich munter
Den strotzenden Pulversack herunter
Und hängt ihn auf mit hastiger Hand
Am nächsten Pfahle der riesigen Wand.
Ein Feuerschwamm ist dem Sacke verbündet,
Ein Funke darauf - er glimmt - er zündet.
Hui, Blitz und Schlag - die Wand entzwei,
Der Weg zum Sieg den Stürmern frei.
Und all die Kampfgefährten melden
Begeistert den Opfertod des Helden.
Hoch preist das Volk, hoch preist das Lied
Ihn als den deutschen Winkelried.
Hiarn Bube
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