Ilse
Werner
* 11. Juli 1921 in Batavia
,
Niederländisch-Indien
† 8. August 2005 in Lübeck
Deutsche Schauspielerin und Sängerin. Werner
wurde als Ilse Charlotte Still in Batavia (heute Jakarta/Indonesien) geboren. Die Tochter des niederländischen Exportkaufmanns E. O. Still und dessen deutscher Frau Lilli (geborene Werner) übersiedelte 1931 gemeinsam mit ihren Eltern nach Frankfurt am Main.
1936-37 absolvierte sie eine Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, wo sie den Künstlernamen Ilse Werner
annahm. Ihrem Bühnedebüt im Jahr 1937 folgten bald erste Filmrollen als lebenslustige Naive, u.a. in "Ihr erste Erlebnis" und "Fräulein".
Ilse Werner war bei der Ufa unter Vertrag und drehte als niederländische Staatsbürgerin mit einer Sondergenehmigung der Reichsfilmkammer. Von der Ufa
wurde die junge Schauspielerin – die 1939 eine der Hauptrollen in Willi Forsts "Bel Ami"
übernahm – systematisch zum Star aufgebaut; der dank eines Auftritts im immens erfolgreichen
Film "Wunschkonzert"
auch als Sängerin, bzw. als Pfeiftalent bekannt wurde. Fortan verkörperte Werner den Idealtypus der unkomplizierten Traumfrau "mit Pfiff", und
wurde dank ihrer großen Popularität häufig bei der Truppenbetreuung der Wehrmacht eingesetzt.
Ihr Erfolg setzte sich 1942 mit Helmut Käutners "Wir machen Musik"
fort, wobei der gleichnamige Schlager aus dem Film zu Werners bekanntestem Gesangsstück wird. An der Seite von Hans Albers
wirkte sie in den 1940er Jahren in zwei bedeutenden Farbfilmen mit: Zunächst in der aufwändigen Ufa-Produktion "Münchhausen"
und dann in Helmut Käutners "Große Freiheit Nr. 7" , in dem Werner erstmals eine ernste Charakterrolle
meisterte.
Werner erhielt nach Kriegsende von den Besatzern ein Berufsverbot. Von 1948 bis
1953 war sie mit dem amerikanischen Journalisten John de Forest, dem Verwaltungschef
des Münchener US-Umerzieher-Blattes "Neue Zeitung" ,
verheiratet. 1954 ehelichte sie den Orchesterchef des Bayrischen Rundfunks Josef Niessen
und nahm 1955 die deutsche Staatsbürgerschaft an.
Nachdem sie sich für mehrere Jahre aus dem Bühnengeschäft zurückgezogen
hatte, feierte sie 1960 ein Comeback als Interpretin mit dem Schlager
"Baciare" . Es
folgten zahlreiche Fernsehauftritte und Bühnenengagements. 1981 veröffentlichte Werner ihre zweite Autobiographie "So
wird's nie wieder sein. Eine Frau mit Pfiff" – ihre ersten Lebenserinnerungen erschienen bereits 1941 auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs in
Deutschland.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Werner in einem Lübecker Pflegeheim, wo sie
im Alter von 84 Jahren verstarb. Weitere
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